Gedanken zum (weiblichen) Narzissmus

Gestern habe ich mir das Buch „ der weibliche Narzissmus: Der Hunger nach Anerkennung“ von der Bärbel Wardetzki in der Landesbibliothek ausgeborgt. Das Buch liest sich sehr leicht, die Sprache ist verständlich, der Schreibstill und der inhaltliche Aufbau des Buches gefallen mir persönlich außerordentlich gut. Die betroffenen Personen kommen öfters selbst zum Wort und verleihen so dem Buch auch eine gewisse Nähe.

Narzissmus wird in der Gesellschaft einerseits scharf kritisiert andererseits ständig gefordert. Auf der einen Seite ist die Selbstliebe und Selbstbewunderung nicht gut, der Mensch sollte doch immer sozial bleiben und nicht immer so selbstbezogen sein. Auf der anderer Seite gibt es in der Zwischenzeit eine Unmenge an Literatur die dem Leser Ratschläge verteilt man soll doch bitte aufhören auf die anderen so viel Wert zu legen und sich zu einer erfolgreichen Persönlichkeit entwickeln. Narzissmus ist eine Persönlichkeitsstörung, bei den Frauen ist es die Unfähigkeit das eigene wirkliche Selbst zu finden und zu diesem Ich zustehen. Sie passen sich immer der Umgebung an. Wegen dieser ausgezeichneten Anpassungsfähigkeit erscheinen sie für die Mitmenschen auch „gesund“ denn sie machen ja genau das was man von ihnen erwartet, sie lächeln, sind selbstsicher, überzeugt, stehen im Leben fest auf den Beinen usw. Dahinter verbirgt sich aber Selbstzweifel und Selbsthass, nur würden sie es nie zugeben. Sie tragen eine Maske, spielen eine Rolle, sind aber nie sie selbst.
Ich habe mich gefragt ob wir demnach nicht alle eine Persönlichkeitsstörung haben. Wer von uns spielt keine Rollen oder trägt keine Masken?
In der Familie bin ich doch anders als in einem Geschäftstermin, oder nicht?
In einem Radiobericht habe ich mal gehört, dass die heutige Gesellschaft verlernt hat zu trauern. Man soll doch bitte nicht weinen und nicht traurig sein, das Leben ist doch so schön. Die Gefühle werden verdrängt und wenn doch nicht, dann ist die Umgebung damit überfordert. Wie soll man sich den verhalten, wenn einer anfängt zu weinen? Wenn einer sagt, dass er versagt hat, dass er sich selbst nicht mehr mag? Das ist dann doch zu nah, zu persönlich, zu privat. Ich habe das Buch noch nicht zu Ende gelesen, ich werde also noch sehen wohin es mich als Leser führt. Es bleibt also weiterhin spannend.

Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s