Der Spieler von M. Dostojewski und Gedicht von S. Jessenin

Gestern kamen endlich die lang ersehnten Bücher an. Ich habe mir online einige Bücher  in meiner Muttersprache bestellt, weil ich der Überzeugung bin dass man die Klassiker, soweit es natürlich möglich ist, immer in der Originalsprache lesen muss.
Also kamen gestern die Bücher von F.M. Dostojewski, M. A. Bulgakow, L. N. Tolstoi und Prosa von  A. S. Puschkin und S. A. Jessenin, endlich bei mir an.

Der Spieler von F. Dostojewski hat mich gestern bereits innerhalb weniger Stunden  verschlungen.
Am Anfang fand ich das Buch ziemlich schwierig, erst nach und nach kam ich auf den Geschmack, so dass ich zwischendurch sogar herzlichst gelacht habe und dieses Büchlein nicht aus der Hand legen konnte.  Die schöne Stadt Wiesbaden wird zwar explizit nicht benannt, dennoch meine ich sie erkannt zu haben.  Die Spielsucht macht wahnsinnig, die Liebe auch. Insgesamt ist meiner Meinung nach ein sehr gutes Buch.

Danach habe ich noch ein wenig Prosa von S.A. Jessenin gelesen.  Und ich  weiß wieder warum ich als junges Mädchen so von seinen Gedichten geschwärmt habe. Einige habe ich damals in der Schule auswendig lernen müssen und heute, heute würde ich die so gerne wieder lernen, damit ich sie irgendwann meinen Kindern vortragen kann.  Ich finde es schade, dass man an den deutschen Schulen keine Gedichte mehr  lernt, vll. lag es aber auch nur an meiner Schule hier bzw. an den Lehrkräften die keinen Wert darauf gelegt haben?!

S. Jessenin, Übersetzt von Eric Boerner

Das Lied von der Hündin

Im Heuschober morgens verborgen,
Wo Bastmatten golden sich reihn,
Hat sechs rote Junge geworfen
Die Hündin, sechs Welpen, ganz klein.

Sie hegte bis abends sie zärtlich,
Hat sie mit der Zunge gekämmt,
Der Schnee, den sie erwärmte,
Bäuchlings ist er geströmt.

Doch abends, als alle Hühner
Sich längst auf die Stange gesetzt,
Da kam das Herrchen finster
Und steckt in den Sack alle sechs.

Sie lief, hat etwas gewittert,
Und ist ihnen nachgejagt,
Noch lange das Wasser erzittert
Dort, wo das Eis aufgehackt.

Sie schleppt sich zurück, ermattet,
Und schleckt von den Seiten den Schweiß,
Der Mond hoch über der Kate
Schien eins ihrer Welpen zu sein.

Ins laute Blau hoch oben
Schaute sie winselnd und bellt,
Ganz schmal ist der Mond gezogen,
Versank hinterm Hügel im Feld.

Und stumm, wie wenn einer zur Täuschung
Statt Fleisch ihr ’nen Stein hingerollt,
Kullerten hündische Äuglein
In den Schnee, wie Sterne von Gold.

1915

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Ein Gedanke zu „Der Spieler von M. Dostojewski und Gedicht von S. Jessenin

  1. Den Spieler kann man sicherlich als gutes Einsteigerwerk betrachten. Es ist nicht zu lang. Es ist inhaltlich nicht überfrachtet. Es hat sehr große autobiographische Parallelen. Somit weckt das Buch eventuell auch Interesse am Leben Dostojewskis, das widersprüchlicher nicht sein könnte.
    Soll es nicht der Spieler sein, findet man vielleicht auf meiner Dostojewski-Page Anregungen für ein anderes Werk.

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