Früher war alles besser, oder so…

Ich will nicht meckern, oder doch? Vielleich, ganz ganz bisschen ? Heute ist doch Freitag, da darf man dann ein bisschen meckern oder? Oder? Ich meine viele meckern montags, ich ja auch aber Freitag, Freitag meckert doch keiner, also fällt es vielleicht auch gar nicht auf? Ich bin neulich wieder mal über die Facebook-Seiten von meinen kleinen Cousinen gestolpert und tja wie sagen dass die verbitterten Rentner fast immer, die junge Leute von heute sind wirklich schlimm? Bin ich denn schon so alt, dass ich bei manch einem das sogar zwei, drei mal denken muss und manchmal auch laut….Ja, eigentlich kann es mir egal sein, bin ich nicht die Mutter. Ich habe auch noch keine eigene und auch kein Recht dazu über jemanden zu urteilen. Vielleicht hat er einfach einen schlechten Tag und zerschlägt deshalb die Glasflaschen auf den Boden?

Nicht, dass es zu meiner Zeit, (wie das schon wieder klingt) alles sauber und ordentlich war aber eins hatte ich auf jeden Fall!

Ich habe Kindheit gehabt. Eine richtige Kindheit: ohne Handy, Computerspiele und Facebook und alle meine Narben trage ich heute noch voller Stolz mit mir herum. Meine Eltern haben auf uns aufgepasst, nach uns geschaut aber uns nicht überüberüberüberbehütet, was ein anderes Extremum unserer Zeit ist.
Und ich hatte Freizeit, ich musste nicht von einem Termin zum anderen hetzen, denn wann sollte ich dann die Strassenkätzchen pflegen? Wann hätte ich mit meinen Freunden Häuser aus Verpackung von Kühlschränken und Fernsehgeräten gebastelt? Wann hätten wir Lagerfeuer mitten im Park machen dürfen? Wir haben auch Angebote in Vereinen genutzt und waren ab und zu kreativ unterwegs, aber die meiste Zeit waren wir im Hof einer Betonsiedlung. Wir waren damit beschäftigt Flugdrachen zu bauen, alle gemeinsam. Oder Schneemänner im Winter (geht ja im Sommer schlecht). Wir haben auch mal gegen einander gekämpft, ohne dass sich die Eltern sofort einmischen mussten.
Wir haben gelernt uns zu vertragen und zu verzeihen und für einander da zu sein.

Mein Bruder ist neun Jahre alt, er wohnt mit meinen Eltern in einer schönen kleinen Stadt. Er hat in der Nähe einen großen Spielplatz und Fußballplatz. Etwas weiter entfernt fließt die kleine Aar, die voller Bachforellen und Flusskrebsen ist. (Was hätten wir nur alles gegeben um so etwas in unserer Nähe zu haben in der Kindheit?) Und weil er genauso ein Abenteurer ist, hat er sich entschlossen seine Jungs an die Aar mitzunehmen, er unser Angler muss doch die wichtigsten Stellen zeigen! Was es für ein Aufschrei danach bei meinen Eltern gab, die armen Eltern von den Nachbarskinder „ Wie die waren weg ? Wie sie waren am Bach? Und wenn irgendwas passiert wäre? Und da gibt es doch Schlagen? Und sie kamen nass und dreckig nach Hause! Richten se dem Daniel aus, er darf das nie wieder machen!!!!!!!!!!!!!!“ Trotz dieses Vorfalls kommen noch regelmäßig Kinder zu Daniel zu Besuch, wenn es die Mitschüler sind, dann immer angekündigt mit einem Termin vorher. Sie werden auch immer abgeholt, obwohl der Heimweg überhaupt nicht lang ist, aber es könnte ja was passieren…Letztes Wochenende war ich wieder zu Besuch bei meinen Eltern, und was sehe ich da? Eine kleine Rasselbande mit Fahrräder und Stöcken und total schmutzig! Zugegeben die Mehrheit der Kinder sind Migrantenkinder, auch wenn schon hier geboren. Aber dieser Anblick, ja, der hat bei mir Hoffnung geschöpft. Hoffnung, dass es doch nicht alles so schlimm ist und sie trotz PlayStation2, Internet, 3D Fernseher usw. gerne zeit miteinander verbringen und auch in 15 Jahren was zu erzählen haben!

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