Die Wolfsfrau: die Wege zu (weiblicher) Selbsterkenntnis

Neulich wurde ich in einem russischen sozialen Netzwerk als Moderatorin in die Gruppe „ Unter uns Mädchen“ eingeladen. In freudiger Stimmung habe ich „die Stelle“ angenommen und angefangen die Themen zu moderieren, Beitrittsanfrage von Männern zu ignorieren usw.  Ich habe genau zwei Abende gebraucht um diesen „Posten“ wieder aufzugeben. Es hat einfach viel zu viel meiner wertvollen Lebenszeit gekostet. Lehrreich und Interessant war es aber trotzdem und ich freue mich wiedermal etwas tiefer in diesem Materie eingetaucht zu sein, aber dieser kurze Einblick reicht mir erstmal auch vollkommen aus.  Bei den meisten Themen ging es um die Beziehung zwischen Männern und Frauen und es war unwichtig ob dieses Thema schon zigmal ausdiskutiert worden ist: Nein, jede neue Dame empfand die Pflicht extra für sich ein neuen Thread aufzumachen. Lieblingsthemen waren „ Er geht mir fremd“ und “ Alptraum Trennung“.  Dann gab es noch ein kleines untergekommenes Thread mit Rezepten und  Lifestyle. Viele der Userinnen hofften auf Unterstützung, suchten nach „offenem Ohr“ und Rückhalt den sie so in ihrem realen Leben nicht fanden oder nicht genug davon kriegten. Wirklich geholfen wurde damit vermutlich niemanden aber einigen, so scheint das zu mindestens, tat diese Art von „geteiltes Leid-halbes Leid“ gut. Jeder geht mit seinen Ängsten und Trauer anders um. Sicherlich gibt es einige Gemeinsamkeiten wie der erste Schock-Zustand, nicht Wahr haben wollen, Existenzangst usw. Aber verarbeiten tut es jeder auf seine Art und Weise, jemand eben öffentlich und das ist seine Entscheidung, dies verurteile ich hier keines falls. Warum ich aber dennoch hier davon erzähle?
Nun ich lese gerade ein großartiges Buch, dass ich jeder Frau ans Herz lege wenn sie in einer schwierigen Lebenssituation steckt: Die Wolfsfrau, von Clarissa Pinkola Estés.
Aufmerksam wurde ich auf dieses Buch durch einen Blogbeitrag von einer russischen Psychologien aus Ufa, schnell im Bestand der Landesbibliothek nachgeschaut, vorbestellt und nun in ins Lesen vertieft. Was gefällt mir so besonders an diesem Buch? Es ist kein typischen Buch über die Emanzipation der Frauen, Recht auf gleiches Arbeitslohn oder Kampf gegen die bösen gemeinen Männern da draussen.  Auf dem Umschlag steht unteranderem ein Zitat der Süddeutschen Zeitung “ Dr. Clarissa Pinkola Estés ist das Kunststück gelungen, gleichzeitig ein fundiertes Fachbuch von hohem Niveu und ein Buch voller Geschichten und Gesänge zu schreiben.“ Und wie wahr dieses Zitat ist!

Ich weiss nicht mehr so ganz genau ob unsere Mama uns diese Geschichte vorgelesen hat oder wir selber im Märchenbuch drauf gestossen sind. Ich weiss nur, dass ich so viel Angst davor hatte, das ich es nie wieder lesen wollte und bereit war die Seiten aus dem schönem Märchenbuch rauszureisen. Es war die slawische Version der Geschichte Graf Blaubart. Ich wusste nur, dass es um viel Blut ging, eine Menge getöteter Frauen und einen Schlüssel zu der Tür die man nicht öffnen sollte. Und ausgerechnet heute, bestimmt 20 Jahre später lese ich dieses Märchen in diesem Buch. Die anschliessende Analyse und die Interpretation des Märchens durch die Autorin hinterlässt einiges an Emotionen und ziemlich viele Fragen in mir.

Wenn Sie eine Frau sind und Sie stecken irgendwo fest in ihrem Leben oder befinden sich auf der ständigen Suche nach sich selbst, lesen Sie dieses Buch! Versuchen Sie es zumindestens zu lesen! Ich wünsche Ihnen weiterhin alles Gute, viel Kraft und Mut Änderungen im eigenem Leben durchzuführen!

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