Über Prioritäten: das Leben ist zu kurz um zu allem „Ja“ zu sagen

Das Problem Prioritäten zu verteilen ist für die Meisten von uns sehr aktuell. In der Zwischenzeit habe ich erkannt, wie viel Zeit ich verbraucht habe, um das Bild als erfolgreiche Frau aufrechtzuerhalten, dass ich mir selbst ausgedacht habe. Aus diesem Grund habe ich mich um viele „wichtige“ Projekte gekümmert, „nützliche“ Bücher gelesen. Die Strategie war zwar beruflich erfolgreich aber auch stink langweilig. Darüber hinaus brachte mir dieses Leben nicht immer Freude.
US- amerikanischer Komödiant Billy Crystal hat einmal gesagt “Better to look good than to feel good”. Leider steckt in diesem Scherz viel mehr Wahrheit als mir lieb ist. Ich will nicht, das mein Leben nach diesem Prinzip funktioniert. Damit ich mich weiterhin gut fühle, muss ich Prioritäten setzen und Entscheidungen treffen welche Projekte/Treffen / Bücher mir besonders wichtig sind aber wie mach ich das am besten?
Es gibt eine Unmenge an guten Büchern zu dem Thema Zeitmanagement, also machte ich mich auf die Suche. Leider weiss ich nicht mehr ganz von wem die die folgende Methode stamm aber es heist ja nicht das ­sie deswegen weniger wirkungsvoller ist, vielleicht probiert ihr sie auch einfach mal aus oder hilft mir mit der Quellenangabe? 🙂
Nach der Methode ist es wichtig sich vorher drei Kriterien auszusuchen, die einem für das eigene Glück und Zufriedenheit mit dem Leben als wichtig erscheinen.
Die Liste mit den Kriterien könnte folgendermaßen aussehen: Einfach, kreativ, interessant, riskant, lohnende Abenteuer, Förderung geistiger Entwicklung, Lernen, neu, kurz, lustig, inspirierend, bunt, einzigartig, auffällig, andere unterstützen, profitabel, Arbeit mit den Menschen, bringt Freude.Ich habe mich für die drei Kriterien: interessant, kreativ, inspirierend entschieden. Ausserdem kann man sich auch drei Anti – Kriterien überlegen, diese wären zum Beispiel: lange, unprofitabel, schwer. Natürlich können sich die Kriterien, in der Abhängigkeit davon ob man das gewünschte bereits erreicht hat, ändern.
An Hand der eigenen Kriterien wird dann die Entscheidung getroffen ob ein Projekt/Buch/ Treffen diesen Kriterien bzsw. eh den Anti- Kriterien entspricht.
Es ist erstaunlich wieviel von dem was ich früher getan habe, aus meinem Leben dadurch verschwunden ist und ich vermisse es nicht.

 

 

 

 

 

 

 

Foto: hexe110/www.pixelio.de

Advertisements

15 Gedanken zu „Über Prioritäten: das Leben ist zu kurz um zu allem „Ja“ zu sagen

  1. Was ich immer wieder erstaunlich finde, wenn ich mir in einem ruhigen Moment mal solche Gedanken mache wie du: Im Grunde haben wir alle einmal die Fähigkeit besessen zwischen dem zu unterscheiden, was UNS wichtig ist und dem, was unwichtig oder nur ANDEREN an/für uns wichtig ist. Damals als Kinder. Klar, Kinder handeln 100% nach dem Lustprinzip, was zu keiner Zeit der Menschheitsgeschichte im Erwachsenenalter so weiterzuführen möglich war. Es ist eben nicht möglich, nur das zu tun, wozu man Lust hat. Das ist auch gut so (Zähneputzen muss eben sein, ob man nun Lust dazu hat oder nicht – nur mal als kleines Beispiel. Die Notwendigkeit und vor allem die Negativfolgen sind einem als Erwachsenen eben Gott sei Dank bewusst, einem Kind nicht.). Mich erschrickt jedoch immer mehr, wie wenig Platz das Lustprinzip im Leben eines Erwachsenen noch einnimmt. Das empfinde ich als Problem. Schaue ich mich in meinem Leben und in dem Leben der Leute, die ich genauer kenne, um, so möchte ich behaupten, daß es Tage gibt, in denen man vielleicht noch 20% der 24 Stunden nach diesem Lustprinzip lebt, wenn überhaupt. Das fängt ja schon bei Kleinigkeiten an. Eigentlich hätte man keine Lust auf Schminke und den Hosenanzug, weil einem an dem Tag eben nicht danach ist. Lieber wildes Haar und die bunte Bluse. Geht aber nicht, weil ja noch wichtiger Geschäftstermin am Nachmittag. Also Lustprinzip ausgeschaltet und rein in den grauen Anzug. Und dann beim Frühstück? Schön dick Nutella aufs Brot, wäre heute genau das richtige. Geht aber nicht wegen dem, was die Waage am Tag davor angezeigt hat. Also besser nur den Apfel. Und so zieht sich das durch den Tag. Ja, 23:00 ins Bett gehen, wenn man am nächsten Tag um 6:00 raus muss, macht Sinn. Lustprinzip hin oder her. Geht eben wirklich nicht anders. Aber anstatt gepflegt vor dem Schlafengehen noch einen kitschigen Schmöker zu lesen, besser doch das Fachbuch, von dem ein Kollege neulich gesprochen hat. Man möchte ja doch mitreden können (meint man). Und was ist zum Beispiel mit Handarbeiten? Wie oft ich jetzt schon belächelt worden bin, weil ich einfach mal so aus Eicheln ein paar kleine Eulen gebastelt habe (du hast sie vielleicht in meinem Blog gesehen). Ja, sie dienen keinem großen Zweck außer mich zu erfreuen. Was muss ich mir da anhören? „Na dir muss ja langweilig gewesen sein“ oder „Du hast wohl sonst nichts zu tun, was?“ Nein, mir war nicht langweilig. Und ja, ich hätte auch etwas anderes tun können, aber das, was ich getan habe, hat mit einfach Spaß gemacht, so ganz ohne weiteren Zweck, aber eben NICHT zwecklos. Daß solche Sätze gerne von Leuten kommen, die selbst kein Hobbys haben (die geben dann meist „mich mit Freunden treffen, Spaß haben“ und solch allgemeines Zeug als Hobby an), ist die eine Sache. Sich nicht vorstellen zu können, daß man etwas machen kann, es gerne machen kann ohne damit einen Zweck zu verbinden, ist eine (traurige) andere Sache. Stattdessen wir zu allem Ja gesagt, das zweckmäßig und irgendeiner Sache dient (dem eigenen beruflichen Weiterkommen, dem Ausbau von Bekanntschaften, der Anhäufung von – nutzlosem – Wissen etc.) Mal dasitzen und das Leben genießen? Bringt das denn was? Dient das irgendeinem Zweck? Und der Witz ist: Für viele ist Lust etwas, für das sie sich schämen, gegen das es anzukämpfen gilt, weil Lust gleichgesetzt wird mit Maßlosigkeit, mit Schwäche, mit etwas, für das sie sich schämen. Ich habe Lust auf Schokolade. Geht nicht, macht dick, muss gegen angekämpft werden. Ich habe Lust, heute die Arbeit mal liegen zu lassen, früher heimzugehen, keine Überstunden zu machen und stattdessen morgen zu erledigen. Geht nicht, wirkt faul, muss gegen angekämpft werden. Ich habe Lust, meine Küche in knalligem Gelb zu streichen, einfach so. Geht nicht, wie sieht das denn aus, muss gegen angekämpft werden. Die schlimmste Steigerung davon ist, wenn die Leute nicht einmal mehr spüren, wozu SIE SELBST Lust haben, sondern glauben, daß das, was man ihnen von außen als lustvoll suggeriert, tatsächlich ihrem Lustbedürfnis entspricht. Ich wette, das gilt für wenigstens 50% der Leute, die sich drei-viermal die Woche in ein Fitness-Studio schleppen. Der einzige Lustgewinn, den sie dann erzielen, entsteht durch Anpassung an die (scheinbare) Norm.

    In dem Sinne wünsche ich dir, daß du dich bei der Suche nach DEINEN Prioritäten auch (wieder) durch dein dir eigenes, kindliches Lustprinzip leiten lässt. Dann wird vielleicht in dem ein oder anderen Bereich der (berufliche) Erfolg geringer sein, aber als Gegenleistung wachst du jeden Morgen mit einem positiven Gefühl in Bezug auf dein eigenes Leben auf und kannst lustvoll in den Tag starten ohne dich durch den Druck, den du dir von außen machen lässt, gegängelt zu fühlen.

    (Ups, bisschen lang geworden, der Kommentar. Aber ich habe ihn voller Lust geschrieben lol)

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s